Die Wahl des Messengers

Messenger gehören spätestens seit Whatsapp zum Alltag der breiten Masse. Natürlich gab es davor ICQ, IRC, Onlinechats usw. aber so richtig für die Massen wurde es tauglich als Whatsapp auf den kleinen Geräten lief, die viele den ganzen Tag mit sich herumtragen.

Nicht nur das Mediennutzen der Privatleute sollte komplett überdacht werden*, sondern auch die Wahl des Messengers.

Dazu gab es im Republik am 24.2.21 einen schönen Artikel und ein ebenso schönes Kommentar auf gnulinux.ch.

Bei dieser Gelegenheit weise ich auf meinen eigenen Artikel hin, der auf die Aspekte, die ich für die Bewertung eines Messengers wichtig halte, eingeht.

Und natürlich gibt es noch ein Kommentar von mir:

Ich beschäftige mich nun schon seit vielen Jahren mit Neuen Medien. Damit meine ich nicht, dass ich sie pausenlos nutze, sondern viele Gespräche geführt habe und die Diskussion suche, um auf Metaebene über die positiven und negativen Auswirkungen der Medien- und im konkreten Fall der Messengernutzung zu sprechen. Dabei ist inhaltlich in manchen Kreisen schon lange klar, dass ein zentraler Messenger nicht für die Zukunft taugt. Allerdings ist ebenfalls klar, dass XMPP und Matrix derzeit noch nicht Massentauglich sind. Sie sind auf einem guten Weg, aber wenn ich das Programm einem Freund installiere und danach die Gruppen (oder anderes) nicht funktionieren, dann ist dieser Messenger schneller ungenutzt, als ich gucken kann.

Das soll die ganzen tollen Projekte rund um diese Standards nicht schmälern, aber wir bräuchten endlich mal eine unabhängige und sinnvoll finanzierte Organisation, die eine Referenz Implementierung eines Messengers und Messenger-Servers für alle gängigen Betriebssysteme herausgibt. Diese sollten die Schlüsselverwaltung im Griff haben (nach einer Neuinstallation alle Daten wieder haben), über gängige Plattformen hinweg kommunizieren können und eben einfach funktionieren.

Selbstverständlich werde ich weiterhin Conversations auf meinem Androidhandy nutzen. Aber in die Welt hinaus schreien, dass ich das empfehle, kann ich derzeit noch nicht.

Daher nutze ich den XMPP-Client Conversations auf dem Handy und Dino auf dem PC mit den Freunden, die sich ebenfalls dafür stark machen und habe einen, zwei, drei zentrale Messenger (nicht Whatsapp), für die anderen Freunde.

Und ich schiele ab und zu in die Richtung von Matrix und dessen Entwicklungen. Element (ehemals Riot) scheint interessant zu sein, aber die Push-Geschichten machen noch Akku, Funkstrahlung und andere Problemchen.

Es ist eben ein Kampf derer, die Geld mit einem Messenger verdienen wollen und derer, die freie Standards etablieren und nutzen möchten. Zeigt E-Mail und Kaffee nicht auch, dass man auch mit freien Standards Geld machen kann?

*Zumindest sollte in meinen Augen die Diskussion, ob die Neuen Medien für Privatpersonen (!) wirklich ein Segen sind, gestartet werden.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.